Bekannte Marken wie IKEA, Migros oder Schweiz Tourismus machen es vor: Sie investieren viel Zeit und Geld in die Pflege ihres Images und ihrer Reputation. Diese Unternehmen bewegen sich auf einem anderen Level, dies ist klar. Und dennoch ist es auch für dich als Selbstständige – insbesondere im Dienstleistungsbereich – enorm wichtig, dass du deinem «Personal Branding» genügend Aufmerksamkeit widmest. Denn nicht selten entscheiden sich potentielle Kunden:innen für oder gegen dich aufgrund dessen, wie sie dich als Person wahrnehmen.
Falls du bereits als Selbstständige unterwegs bist, wirst du bestimmt jetzt schon viele Aspekte des Personal Brandings intuitiv anwenden. Nämlich indem du entscheidest, wie du auftrittst, was du von dir zeigst, wie du kommunizierst und deine Themen wählst. Und im Gegenzug auch, was du eben nicht zeigst. Auch wenn du unbewusst sicher schon vieles gut machst, lohnt es sich trotzdem, dich noch bewusster als «Eigenmarke» wahrzunehmen und aus einem strategischen Blickwinkel heraus zu beleuchten. Idealerweise startest du damit bereits in der Gründungsphase und machst es anschliessend zu einem fixen Bestandteil deiner Business-Tätigkeit. Aber nun der Reihe nach.
Was ist Personal Branding?
Personal Branding bedeutet, dass du dich als Person quasi als Marke aufbaust (und als Selbstständige ist natürlich auch dein Business stark davon betroffen). Es umschreibt die Art und Weise, wie du dich präsentierst und positionierst. Dies hört sich zunächst etwas abschreckend an, das geben wir zu. Aber es geht im Endeffekt eigentlich nur darum, deine bereits bestehenden Stärken und Fähigkeiten zu betonen und dich als Expertin auf dem Themengebiet zu positionieren, welches du beherrschst. Insofern sollte dieser Prozess einigermassen natürlich und leicht von der Hand gehen. Der Schlüssel zum Erfolg ist sicherlich, dass du dich in deiner Haut wohl fühlst und dich getraust, raus zu gehen und zu zeigen, was du alles kannst. Lese dazu gerne auch noch unseren Blogbeitrag zum Thema «Ängste auflösen».
Wie gehe ich das Thema Personal Branding an?
Personal Branding ist wie immer ein Prozess, der sich nicht von einem Tag auf den anderen erledigen lässt. Im Gegenteil. Das Thema sollte – wie bereits erwähnt – schon in der Gründungsphase Aufmerksamkeit erlangen, aber auch später immer wieder reflektiert, hinterfragt und allenfalls angepasst werden. Denn du, dein Unternehmen und auch die Marktsituation verändern sich laufend und entsprechend ist es notwendig, auch die Marke mitwachsen zu lassen. Im Folgenden zeigen wir dir vereinfacht ein paar Schritte auf, die du idealerweise beim Personal Branding durchlaufen solltest.
Schritt 1: Beginne mit dem Blick nach innen
Bevor du mit dem Businessaufbau beginnst, solltest du dir Zeit und Raum für eine Innenschau nehmen. Was meinen wir damit? Es hilft dir unglaublich, wenn du dir im Klaren bist, wer du bist, was du gut kannst und wofür du stehst. Überlege dir, welche Vision(en) du verfolgst, welche Werte dir wichtig sind und was dich von anderen unterscheidet. So kannst du später ein einzigartiges Werteversprechen daraus entwickeln. Unterstützend kann es sein, Feedback von Kollegen:innen, Freund:innen oder Mentor:innen einzuholen. Diesem Schritt widmen wir demnächst noch einen eigenen Blogartikel.
Schritt 2: Definiere, wen du ansprechen möchtest
Ein zentraler Aspekt ist auch, dass du dich sorgfältig mit deiner Zielgruppe auseinander setzt. Definiere von Beginn weg ganz klar, wen du mit deinem Business ansprechen möchtest, wer also zu deiner Zielgruppe zählt und was deren Bedürfnisse, Vorlieben und Verhaltensweisen ausmacht.
Schritt 3: Schärfe dein Profil mit Fotos und Bewegtbildern
Abgeleitet von den eingangs definierten inhaltlichen Eckwerten kannst du dich anschliessend um einen passenden visuellen Auftritt kümmern, der dein Wesen, deine Werte und Haltung repräsentiert. Am allerwichtigsten sind Bilder und wenn möglich auch Videos über dich. Die Kraft von Bildern und insbesondere auch Bewegtbildern ist nicht zu unterschätzen: Sie transportieren auf visuell-emotionaler Ebene unglaublich viel von dir als Person und ermöglichen dir, Vertrauen und Nähe zu deinen potentiellen Kunden:innen aufzubauen. Widme diesem Aspekt also die nötige Sorgfalt und achte unbedingt auf Qualität und Konsistenz. Weiter sind selbstverständlich auch der Name, das Logo, deine Farben, Schriften usw. wichtige Teile deiner Markenidentität. Dies ist aber wieder ein anderes grosses Thema.
Schritt 4: Werde sichtbar und setze bewusst Themen
Letztendlich geht es beim Personal Branding darum, sich selbst zu vermarkten. Gerade dieser Schritt ist für introvertierte Selbstständige oftmals mit Ängsten verbunden, das wissen wir aus eigener Erfahrung nur zu gut. Aber glaube uns: Es wird leichter, je öfter du dich zeigst und deine Komfortzone verlässt. Nur Mut! Du brauchst auch nicht gleich auf die grosse Bühne zu steigen, sondern kannst dich ganz vorsichtig herantasten. Beginne mit dem Aufbau einer Webseite und einem Social-Media-Kanal, der dir zusagt. Starte mit «einfachen» Themen und baue die Komplexität laufend aus. Kommentiere Posts von anderen Personen, so musst du dich nicht schon zu stark exponieren. Aber zeige dich! Unbedingt auch mit Bildern über dich, dies geht in (zu) vielen Fällen vergessen. Und wähle bewusst Themen aus, die dir liegen und über die du dich positionieren möchtest.
Schritt 5: Investiere in dein Netzwerk
Ein wichtiger Aspekt beim Personal Branding ist auch die Erweiterung und Pflege des eigenen Netzwerkes. Dies gehört oftmals nicht gerade zu den Lieblingsbeschäftigungen von uns introvertrierten Frauen😊, aber dennoch ist es ganz wichtig, sich darauf einzulassen. Wenn Small-Talk-Situationen bei dir Magenschmerzen auslösen, dann versuche es vielleicht zu Beginn auf anderen Wegen. Halte die Augen offen nach Selbstständigen, die dein Angebot ergänzen oder bereichern könnten und treffe dich mal auf einen Kaffee mit ihnen. Nicht selten entstehen aus solchen unverbindlichen Gesprächen später tolle Kooperationen. Oder nimm an Webinaren oder Online-Events teil, aus denen sich häufig auch wieder gute Kontakte ergeben.
Erfolgsfaktoren des Personal Brandings
Zu guter Letzt möchten wir dir gerne noch zwei Dinge ans Herzen legen:
Bleibe du selbst, du bist schon perfekt: Du wirst es viel leichter haben, wenn du von Beginn weg authentisch auftrittst. Versuche nicht jemanden zu sein, der du nicht bist. Das ist anstrengend und es wird langfristig sehr schwierig bis unmöglich, glaubhaft zu bleiben. Das Personal Branding darf und soll Spass machen, vergiss dies nicht!😊
Achte auf Konsistenz: Lasse Sorgfalt walten, wenn es um deinen Auftritt geht. Dies gilt sowohl für das visuelle Erscheinungsbild als auch für Basiswerte und Botschaften, die du vermittelst. So gewährleistest du einen roten Faden, schaffst Wiedererkennung und baust Glaubwürdigkeit auf.
Und nun wünschen wir dir ganz viel Spass bei der Beschäftigung mit diesem wichtigen und facettenreichen Thema!