Der Weg in die berufliche Selbstständigkeit ist ein aufregendes Unterfangen, das jedoch oftmals von Ängsten und (selbst auferlegten) Blockaden begleitet wird. Ängste und limitierende Glaubenssätze untergraben dein Selbstvertrauen und können verhindern, dass du in die Umsetzung kommst. Wie also kannst du dich hier selbst unterstützen?
Es gibt eine Menge wertvoller Werkzeuge und Möglichkeiten, um dich mit Ängsten auseinanderzusetzen und sie schrittweise aufzulösen. Ein paar davon möchten wir dir nachfolgend vorstellen.
Identifiziere und benenne deine Ängste
Der erste Schritt zur Überwindung von Ängsten ist immer deren Identifikation. Nehme dir ganz bewusst Zeit, um herauszufinden, wo du dich selbst blockierst und aufhältst. Fürchtest du dich vor einem allfälligen Scheitern? Vor finanziellen Einbussen? Vor der Meinung anderer oder einfach vor dem Unbekannten? Als Übung kannst du ein grosses, leeres Blatt nehmen und einfach mal drauf los schreiben, was dir zum Thema Ängste einfällt. Lege das Blatt dann wieder weg und mache an einem anderen Tag weiter. So wirst du immer tiefer tauchen und dir bewusster werden, was da alles noch im Verborgenen liegt.
Hinterfrage deine Glaubenssätze
Oft sind ja Ängste eng mit limitierenden Glaubenssätzen verbunden. Hinterfrage also deine Gedanken und Überzeugungen in Bezug auf die Selbstständigkeit. Fragen wie «Warum glaube ich, dass ich es nicht schaffen kann?» oder «Woher stammt dieser Glaubenssatz?» können dabei helfen, die Wurzeln dieser negativen Überzeugungen aufzudecken. Eine Übung, die ich persönlich oft anwende, ist die «5-Why-Methode»: Du stellst dir fünfmal hintereinander die Frage nach dem «Warum», bis zu zur eigentlichen Ursache des «Problems» vordringst und an der zugrunde liegenden Thematik arbeiten kannst. Manchmal treten hier ganz erstaunliche Erkenntnisse zutage.
Beispiel:
Warum habe ich Angst, mich selbstständig zu machen? Ich möchte mich nicht exponieren.
Warum möchte ich mich nicht exponieren? Weil ich mich vor negativen Reaktionen fürchte.
Warum fürchte ich mich vor negativen Reaktionen? Weil ich allen gefallen möchte.
usw.
Suche dir ein unterstützendes Umfeld
Ein wohlwollendes, positives Umfeld und ein starkes soziales Netzwerk können entscheidend sein, ob du ein Vorhaben umsetzt oder nicht. Umgebe dich also am besten mit Menschen, die an dich glauben und dich ermutigen, deine Ziele zu verfolgen. Nicht immer sind Familienangehörige oder enge Freunde und Freundinnen dazu besonders gut geeignet, weil sie unter Umständen einer anderen Generation angehören, deine Zielgruppe nicht abbilden, zu sicherheitsbedürftig sind usw. Manchmal macht es mehr Sinn, dich mit anderen Selbstständigen zu vernetzen, dich Business-Netzwerken anzuschliessen oder mit Mentorinnen und Mentoren auszutauschen, die diesen Prozess bereits erfolgreich durchlaufen haben.
Bewege dich in kleinen Schritten vorwärts
Der Weg in die Selbstständigkeit muss nicht immer ein grosser Sprung sein. Im Gegenteil: Du kannst dich schrittweise vorwärts bewegen und dein Business ganz organisch voranbringen, ohne dass du dabei auf die Dauer Zeit einbüsst. Vielleicht beginnst du nebenberuflich oder rufst erst einmal ein kleines Versuchsprojekt ins Leben. Dies kann sowohl deine Ängste als auch finanzielle Risiken mindern.
Arbeite mit positiven Affirmationen
Positive Affirmationen stärken dein Selbstvertrauen und helfen dir, limitierende Glaubenssätze langsam und behutsam auszusortieren. Wann immer du dich beim Zweifeln ertappst, halte inne und drehe die Formulierung ganz bewusst um. Weg von «Ich kann dies nicht» oder «Ich bin noch nicht so weit» hin zu positiven Sätzen wie «Ich habe die Fähigkeiten, um erfolgreich selbstständig zu sein.» Schreibe diese Affirmationen gerne auch auf einen Zettel und hänge ihn an gut sichtbarer Stelle in deiner Wohnung auf.
Betrachte Rückschläge als Chancen
Herausfordernde Phasen und Rückschläge sind unvermeidlich, aber sie können wertvolle Lektionen enthalten. Betrachte sie daher nicht als Versagen, sondern als Chancen zum Lernen und Wachsen. Diese Einstellung kann Ängste vor dem Scheitern ganz wunderbar mindern und dich dazu motivieren, weiterzumachen.
Du siehst anhand dieser Methoden, dass die Überwindung von Ängsten und limitierenden Glaubenssätzen viel Zeit, Selbstreflexion und Unterstützung erfordert. Aber: Mache dir bewusst, dass du die Kontrolle über deine Gedanken und Überzeugungen hast und diese immer aktiv gestalten kannst! Mit Entschlossenheit und einer positiven Einstellung erreichst du viel mehr, als du dir in deinen kühnsten Träumen vorstellen kannst. Glaube an dich selbst und gehe mutig deinen eigenen Weg – du wirst es nicht bereuen.